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Neuer Pfarrer

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Liebe Mitchristen der Pfarrei Hl. Petrus, Schwestern und Brüder im Glauben, als Ihr neuer Pfarrer möchte ich Sie herzlich begrüßen und freue mich auf das Christ-sein und Kirchesein mit Ihnen.

 Ich denke, das darf man gleich vorweg erwähnen, dass Sie in der Pfarrei ja nicht verwaist waren. Engagierte Haupt- und Ehrenamtliche haben mit viel Energie und Einsatz die Zeit der Vakanz gestaltet und die großflächige Pfarrei Hl. Petrus geleitet und betreut. 
 Dafür sage ich dem jetzigen Pastoral- und Pfarrbüroteam, den pensionierten Pfarrern, den Vorsitzenden und Mitgliedern von Pfarrei- und Verwaltungsrat, den Gemeindeausschüssen, aber auch Ihnen allen schon nach den ersten Sätzen ein riesiges Dankeschön!  Nun kommen zwei weitere Priester in Ihre Pfarrei. Zwei Pfarrer, der eine als leitender Pfarrer und der andere als Kooperator. Eine, wie ich finde, sehr spannende Situation, denn so beginnt für uns alle wieder etwas Neues. Ich bin sicher, dass mit Geduld, Offenheit und Gottvertrauen vieles möglich sein wird. Und so hege ich die Hoffnung, dass wir immer wieder eine Gemeinschaft bilden, die nicht nur aus dem Mangel geboren ist, weil es eben immer weniger Haupt- und Ehrenamtliche aber auch Gläubige gibt, sondern eine Kirche, die wirklich für jeden einzelnen zum Gewinn wird und die Freude am Glauben weckt und vertieft. Auch wenn es nicht gänzlich so scheint. Aber als Kirche Jesu Christi sind wir keine Firma. Unsere Berufung von Christus her ist immer und zuallererst die Mitarbeit und das Mitbauen am Reich Gottes. Und dieses Reich Gottes ist wesentlich geprägt vom Wachsen aus unscheinbaren Samenkörnern, mit Stärken und Schwächen. Aber es gilt die Verheißung Jesu: „…es wird größer als alle Gewächse!“.
 
Die selbstwachsende Saat verdeutlicht: Weder durch Macht, noch durch Kraft oder menschliches Eifern, sondern durch seinen Geist bringt Gottes Wort Frucht.  Im Augenblick gibt es bei vielen Gläubigen in unserem Bistum große Ängste vor der Zukunft. Gerade deswegen wird Ihre Mitarbeit in den Gemeinden oder das Zusammenwachen der ganzen Pfarrei immer wichtiger werden. Die Pfarrei besteht ja nicht nur aus Pfarrern bzw. den Hauptamtlichen, schon gar nicht aus Verwaltungsstrukturen, sondern aus uns allen, die wir getauft sind. Darum ist der Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht nur erwünscht, sondern ganz im Gegenteil. Sie werden immer eigenständiger und wichtiger werden und ich als Pfarrer bin für jede und jeden dankbar, der sich in unserer Pfarrei engagiert und zur Lebendigkeit unserer Kirche beiträgt. Das sind nur einige Gedanken, die ich nach Dahn mitbringe. Viele Fragen bewegen uns womöglich gemeinsam, eine kann ich Ihnen jetzt schon ein bisschen beantworten, nämlich wer Ihr neuer Pfarrer ist: 
 Ich wurde 1973 in Heidelberg als Kurpfälzer geboren und bin in dem gemütlichen Wein- und Wallfahrtsort Malsch als Jüngster mit 3 weiteren Geschwistern aufgewachsen. Während meiner Gymnasialzeit in Wiesloch/Walldorf und meiner Mitarbeit in der Heimatpfarrei entwickelte sich langsam die Frage, ob der Priesterberuf für mich der richtige Weg im Leben sein könnte. Und so bin ich nach dem Abitur 1993 ins Freiburger Priesterseminar eingetreten. Ich habe in Freiburg und Rom studiert und doch habe ich gespürt, dass mit dem Ende des Theologiestudiums unmöglich auch gleichzeitig der Zeitpunkt verbunden sein kann, eine solche gewichtige Lebensentscheidung bezüglich des Priesterberufes zu treffen. Nach dem Diplom-Abschluss der Theologie hängte ich daher meinen Plan Priester zu werden vorerst an den Nagel. Ein Jurastudium und das Erste Staatsexamen in Freiburg folgten. Den Wunsch, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen, gab ich jedoch nie auf. Aber ich fühlte mich nun innerlich bereiter für das Priesteramt, obgleich für mich klar war, dass mit dem Empfang der Priesterweihe die priesterliche Identität noch wachsen und auch nach der Weihe zu eigen gemacht werden muss. Und diesen Schritt wollte ich nun nicht mehr im Bistum Freiburg antreten. „Dieser neue und umfassende Lebenseinschnitt sollte mit einem Ortswechsel gemäß der Abrahamsgeschichte im Alten Testament verbunden werden!“, so mein Gedanke. Daher bewarb ich mich nun im benachbarten Bistum Speyer. Nicht nur wegen der räumlichen Nähe, sondern auch, weil ich die Kurpfälzer mentalitätsverwandt zu den Pfälzern sehe und mein Heimatort ohnehin früher zum Bistum Speyer gehörte. Im Jahre 2009 war es dann soweit. „Ich war der einzige Neupriester des Bistums!“ Meine Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. So war ich dann ein Jahr Praktikant in der Projektpfarrei Queidersbach, dann 2 Jahre Diakon in Deidesheim und jeweils 3 Jahre Kaplan in Frankenthal und Mörsch und in der Dompfarrei in Speyer, wozu auch der Dienst des Domzeremoniars gehörte. Mein Primizspruch lautete: „Nicht uns, oh Herr, bring zu Ehren, nicht uns, sondern Deinen Namen, in Deiner Huld und Treue!“ (Psalm 115)  Soweit also meine Eckdaten. Ich freue mich sehr darauf, dass wir uns bald persönlich kennenlernen. In der Zuversicht des Gebetes wünsche ich Ihnen allen alles Gute, Gelassenheit und ganz viel Segen: „Gott unser Herr, Du verbindest alle, die an Dich glauben, zum gemeinsamen Streben. Gib, dass wir lieben, was Du befiehlst und ersehnen, was Du uns verheißen hast.“  Seien Sie gesegnet! 
 
In Verbundenheit Ihr Pfarrer Thomas Becker

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