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St. Jakobus Busenberg

Geschichte der Kirchengemeinde

Das Kloster Weißenburg war im frühen Mittelalter ein Zentrum des kirchlichen Lebens. Von das aus wurde sowohl das Wieslautertal besiedelt und missioniert als auch das Kloster Klingenmünster gegründet, von dort aus die Pfarrei Schwanheim. zu Schwanheim gehörte auch Busenberg.
Damals sprachen die Bewohner von Busenberg wegen des beschwerlichen und langen Weges zur Kirche die Bitte um eine eigene Pfarrei aus. Daraufhin wurde laut Urkunde vom 6. Oktober 1490 (im Landesarchiv Speyer) die Jakobus-Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. Die Bewohner Busenbergs versprachen auch für die Unterhaltung der Kiche sowie für die Besoldung des Geistlichen und für die nötigen Gegenstände des Gotteshauses zu sorgen.
Die damalige Busenberger Herrschaft, die Eckbrechte von Dürckheim, wurden Anhänger Luthers. Somit wurden nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens „Wes Land, des der Glaube“ alle Busenberger evangelisch. Dies war so bis zum Jahr 1680. Nach der Reformation war die Pfarrei Filiale von Dahn. Durch die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges war Busenberg bis auf 5 Einwohner geschrumpft. In einer Lehensbeschreibung von 1652 heißt es: „Busenberg, das Dorf zählte nur noch 5 Bewohner, Bärenbronn aber sey durch den langwährenden Kampf ganz verödet und stehe leutlos.“
Von Einwanderern und Einwohnern anderer Orte, die katholisch geblieben waren, wurde Busenberg wieder langsam besiedelt. Auf ein Gesuch der Gemeinde um einen eigenen Pfarrer wurde im Jahre 1746 die Pfarrei wieder errichtet.
1804 wurde Schindhard, bisher Filiale von Dahn, der Pfarrei Busenberg zugeteilt.

Aus der Geschichte der Pfarrkirche
Um das Jahr 1000 stand bereits eine Kapelle in Busenberg, die St. Gallus geweiht war, irgendwann wurde sie dem Hl. Jakobus geweiht. vermutlich führte ein Zubringerweg zum großen Jakobsweg nach Santiago durch Busenberg. Im Laufe der Zeit war diese Kapelle zu klein geworden. Die heutige Kirche geht in ihrem Ursprung bis ins Jahr 1760 zurück. Die alte Kirche, deren Chor und Dachreiter 1767 fertig gestellt wurden, war ein flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, darüber ein achtseitiger verschieferter Dachreiter mit Schweifhaube. Der Chor dieser Kirche ist heute noch als östliche Seitenkapelle (heute Taufkapelle) erhalten.
Ebenso sind noch Teile der ehemaligen Westwand ihres Langhauses in den heutigen Bau einbezogen. Die alte Kirche stand also nicht in Nord-Süd-Richtung wie die heutige, sondern sie war geostet.
Ihre jetzige Form erhielt die Kirche zum Teil schon bei der Erweiterung in den Jahren 1927 bis 1929 unter der Leitung des Münchener Architekten Rudolf v. Perignon, der zur selben Zeit die Kirche in Schindhard baute.
Er bezog das ursprüngliche Langhaus ganz dabei in das neue Langhaus ein. Die Erweiterung erstreckte sich vor allem nach Norden hin, wo nun auch der neue Chor der Kirche lag. Den aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammenden Hochaltar versetzte man vom alten ins neue Chor, seinem heutigen Standort. Am 11. November 1928 konsekrierte Bischof Ludwig Sebastian die erweiterte Kirche.
Im zweiten Weltkrieg, vor allem im Dezember 1944 und im März 1945 wurde die Kirche durch Artelleriebeschuß stark beschädigt. Im Jahr 1949 baute man sie teilweise verändert wieder auf .
Ihr heutiges Aussehen erhielt die Busenberger Kirche durch eine weitere Vergrößerung in den Jahren 1961 – 1964 unter Pfarrer Alex Bold. Er ließ die Kirche nicht nur nach Süden hin erweitern, sondern verband den Umbau gleichzeitig mit einer gründlichen Renovierung des Innenraumes und des Äußeren der Kirche. Die bisher einbezogene Südwand der 1760/67 errichteten Kirche der Erweiterung zum Opfer. Die Kirche wurde nach Süden hin verlängert (etwa um den Bereich der Empore), Empore und Südportal wurden neu erbaut, der Innenraum renoviert, der Altar aus der der alten Kirche restauriert und kaum verändert wieder aufgebaut. wurde. Das gesamte Dach wurde neu mit Schiefer gedeckt, der Kirchturm mit dem kupfernen Helm in Zwiebelform (wie er sich heute noch zeigt).1985 wurde ein neuer Altar von Sr. Burghildis Roth angefertigt, für den der Hl. Jakobus Motive geliefert hat.
In einer weiteren Renovierung 1991/92 wurde eine neue Heizung und der Marmorboden eingebaut,die Fenster neu gestaltet, der Vorplatz und das Südportal neu gestaltet.
Die Außenseite des Portals zeigt den Patron, den Hl. Jakobus d.Ä.

Patron der Kirche
Der Hl. Jakobus, einer der Apostel, wurde im Jahre 44 in Jerusalem enthauptet. An der Stelle seiner Hinrichtung wurde in Jerusalem eine Jakobskirche erbaut. Rund 30 Jahre später sollen seine Gebeine auf die Halbinsel Sinai gebracht worden sein, wo das Jakobskloster errichtet wurde (heutiges Katharinenkloster). Von dort aus sollen Möche seine Gebeine im 8. Jhdt. nach einem Überfall der Sarazenen nach Galizien gebracht haben. Damit diese Reliquien würdig aufbewahrt werden konnten, wurde um sie herum eine Kirche gebaut, seit dem 10. Jhdt. blühte Santiago de Compostela zu einem der größten wallfahrtsorte auf. Überall in Europa führten berühmte Pilgerstraßen in Richtung Santiago, die Jakobswege.
Das Portal der Kirche in Busenberg zeigt auch angedeutet die Silhouette der Grabeskirche. Die Muschel ist das Zeichen der Jakobspilger, weiterhin gehören zu den Attributen der Pilgerstab, der Mantel und Pilgerbeutel und der Hut.


Vier Glocken, 1951 gegossen und am 9.12.1951 geweiht, verkünden den Ruf Gottes: Christkönigsglocke, Marienglocke, Jakobusglocke und Gertrudisglocke.