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St. Annakapelle

Lage
1 km westlich von Niederschlettenbach, an der Landstraße nach Bundenthal gelegen.
(Schlüssel im Pfarramt Niederschlettenbach od. bei Albert Nagel erhältlich)

Geschichte
Die Kapelle wurde etwa um 1400 als Marienkapelle ("unserer lieben Frauen Kapelle") erbaut. Als Erbauer wird der Abt von Weißenburg vermutet, in dessen Hoheitsgebiet (Mundat) Dorf und Kapelle lagen. Die Kapelle ist in spätgotischem Stil erbaut. Eine baugeschichtliche Besonderheit der Kapelle ist die Baufolge: ältester Bauteil ist das Langhaus, es folgt der Chor und danach die Sakristei, welche jedoch dicht aufeinander folgten. Im Langhaus befinden sich 2, im Chor 3 zweiteilige Spitzbogenfenster mit Schräggewände und Fischblasenmaßwerk. Am Chor außen 5 Strebepfeiler, welche zweimal abgesetzt sind. Dem Mittelteil ist ein Dreikantteil vorgesetzt, wodurch der Pfeiler besonders betont wird (Dotzinger-Kreis). Der Grundriß des Chores besteht aus 4 Seiten eines Sechseckes. Innen schmückte ein gebustes und bemaltes Netzgewölbe das Chor. Durch einen Granateinschlag wurde es im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder hergestellt. Es ist das einzige Netzgewölbe im Landkreis Südwestpfalz gewesen.
Wie Kapellenrechnungen von 1457 - 1463 zeigen, wurde das vorhandene Gotteshaus in dieser Zeit umgebaut. Damals kümmerte sich der Mönch Peter Unglich um die Kapelle und wohnte auch dort.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Kapelle von durchziehenden Soldaten des Manßfeldischen Heeres 1622 verbrannt und zerstört. Lange Zeit liegt sie jetzt in Ruinen, trotzdem wird dort weiterhin Gottesdienst gefeiert. Das Patrozinium wird geändert auf St. Anna. In den Revolutionskriegen findet vom 12.-14.9.1793 bei der Kapelle die Schlacht zwischen Österreichern und der französischen Rheinarmee statt. 2 Inschriften an der Außenwand erinnern noch an dieses Ereignis. In den 1850er Jahren renoviert Pfarrer Heiny das Chor. Zum Annafest 1858 wird die Kapelle durch den später selig gesprochenen Paul Josef Nardini eingeweiht. Eine vollständige Wiederherstellung der Kapelle erfolgt 1908 - 1910 durch Pfarrer Nikolaus Redelberger.
Bei einem Luftangriff 1945 wird das Gotteshaus erneut zerstört, jedoch 1949 wieder hergerichtet.

Interessante Einrichtungsgegenstände
Altar: Die Altarplatte stammt aus der Erbauungszeit
Gnadenbild: wurde 1910 von Bildhauer Vogel geschaffen
Kanzel: Ein Sandsteinmonolith aus 5 Seiten eines Achtecks mit eingearbeitetem Lesepult aus der Erbaungszeit. Sie ist die zweitälteste erhaltene Kanzel der Pfalz.
Grabsteine: Grabstein und Gruftplatte des Ritters Hans von Drot von der nahen Burg Berwartstein, gestorben am 26.10.1503.
Glocke: Ältester Glockennachweis von 1458, heutiges Glöckchen von 1950.
Turm: Der gotisch gehaltene Turm mit Sandsteindach und Kreuzblume entstand 1908 nach dem Vorbild des Türmchens der Klosterruine vom Rosenthaler Hof/Donnersberg.
Brunnen: Annabrunnen an der Bergseite.

Bilder: Annakapelle im Winterkleid von Süden, Portal der Kapelle, Gnadenbild hl. Maria mit der hl. Mutter Anna

Text und Fotos: A. NagelLage
1 km westlich von Niederschlettenbach, an der Landstraße nach Bundenthal gelegen.
(Schlüssel im Pfarramt Niederschlettenbach od. bei Albert Nagel erhältlich)

Geschichte
Die Kapelle wurde etwa um 1400 als Marienkapelle ("unserer lieben Frauen Kapelle") erbaut. Als Erbauer wird der Abt von Weißenburg vermutet, in dessen Hoheitsgebiet (Mundat) Dorf und Kapelle lagen. Die Kapelle ist in spätgotischem Stil erbaut. Eine baugeschichtliche Besonderheit der Kapelle ist die Baufolge: ältester Bauteil ist das Langhaus, es folgt der Chor und danach die Sakristei, welche jedoch dicht aufeinander folgten. Im Langhaus befinden sich 2, im Chor 3 zweiteilige Spitzbogenfenster mit Schräggewände und Fischblasenmaßwerk. Am Chor außen 5 Strebepfeiler, welche zweimal abgesetzt sind. Dem Mittelteil ist ein Dreikantteil vorgesetzt, wodurch der Pfeiler besonders betont wird (Dotzinger-Kreis). Der Grundriß des Chores besteht aus 4 Seiten eines Sechseckes. Innen schmückte ein gebustes und bemaltes Netzgewölbe das Chor. Durch einen Granateinschlag wurde es im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder hergestellt. Es ist das einzige Netzgewölbe im Landkreis Südwestpfalz gewesen.
Wie Kapellenrechnungen von 1457 - 1463 zeigen, wurde das vorhandene Gotteshaus in dieser Zeit umgebaut. Damals kümmerte sich der Mönch Peter Unglich um die Kapelle und wohnte auch dort.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Kapelle von durchziehenden Soldaten des Manßfeldischen Heeres 1622 verbrannt und zerstört. Lange Zeit liegt sie jetzt in Ruinen, trotzdem wird dort weiterhin Gottesdienst gefeiert. Das Patrozinium wird geändert auf St. Anna. In den Revolutionskriegen findet vom 12.-14.9.1793 bei der Kapelle die Schlacht zwischen Österreichern und der französischen Rheinarmee statt. 2 Inschriften an der Außenwand erinnern noch an dieses Ereignis. In den 1850er Jahren renoviert Pfarrer Heiny das Chor. Zum Annafest 1858 wird die Kapelle durch den später selig gesprochenen Paul Josef Nardini eingeweiht. Eine vollständige Wiederherstellung der Kapelle erfolgt 1908 - 1910 durch Pfarrer Nikolaus Redelberger.
Bei einem Luftangriff 1945 wird das Gotteshaus erneut zerstört, jedoch 1949 wieder hergerichtet.

Interessante Einrichtungsgegenstände
Altar: Die Altarplatte stammt aus der Erbauungszeit
Gnadenbild: wurde 1910 von Bildhauer Vogel geschaffen
Kanzel: Ein Sandsteinmonolith aus 5 Seiten eines Achtecks mit eingearbeitetem Lesepult aus der Erbaungszeit. Sie ist die zweitälteste erhaltene Kanzel der Pfalz.
Grabsteine: Grabstein und Gruftplatte des Ritters Hans von Drot von der nahen Burg Berwartstein, gestorben am 26.10.1503.
Glocke: Ältester Glockennachweis von 1458, heutiges Glöckchen von 1950.
Turm: Der gotisch gehaltene Turm mit Sandsteindach und Kreuzblume entstand 1908 nach dem Vorbild des Türmchens der Klosterruine vom Rosenthaler Hof/Donnersberg.
Brunnen: Annabrunnen an der Bergseite.

Bilder: Annakapelle im Winterkleid von Süden, Portal der Kapelle, Gnadenbild hl. Maria mit der hl. Mutter Anna

Text und Fotos: A. Nagel

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