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70. Jubiläum

70 Jahre Kirche in Schindhard

Schon immer hatte Schindhard seine Kirche. Ursprünglich stand an der Abzweigung der Straße nach Erfweiler eine kleine Holzkirche. Jährlich am Patronatsfest des Hl. Antonius und am Fest des Hl. Kreuzes wurde ein Amt gehalten. Das übrige Jahr hindurch gingen die Schindharder Katholiken in die Mutterkirche nach Dahn, dort wurden sie auch begraben.
Bereits von 1747 liegt ein Briefwechsel vor mit der Absicht, daß in Schindhard öfter als 3 mal im Jahr ein Pfarrgottesdienst stattfinden soll.
Die Chronik berichtet, daß 1756 das Kapellchen durch Erdbeben und Sturm stark beschädigt wurde, so daß es ohne Lebensgefahr nicht betreten werden konnte. bei einem Gottesdienst 1760 ist sogar ein Stück Mauer eingefallen (möglicherweise war die Kirche ein Fachwerkbau). Johann Adam Breitsch sandte einen Bittbrief zum Bischof und bat um hilfe und öffentliche Mittel. So wurde 1760 begonnen, die Kirche zu bauen, 1763 wurde sie eingeweiht. Sie war ein kleiner, einschiffiger Bau im Barockstil. Das Zwiebeltürmchen trug zwei kleine Glocken. Die Stirnseite zeigte in gelungener Reliefarbeit das Herz, die Hände und die Füße Jesu zusammen wie zu einem Tafelbild; dazu die Aufschrift „Omne ad majorem Dei gloriam“. Anno 1760 Patron der Kirche war der heilige Antonius, am Sonntag nach dem Fest der Kreuzerhöhung (14. Sept) ist Kirchweihe (daher ist heute noch in Schindhard am 2. Septembersonntag die Kerwe).
Schindhard zählte zwar Ende des 19. Jhdts. nur 270 Katholiken, dennoch erwies sich das Kirchlein als zu klein, wie die Chronik feststellt, einmal wegen des eifrigen Kirchenbesuchs der Gläubigen, zum zweiten auch darum, weil an Sonn- und Feiertagen viele Busenberger am Gottesdienst in Schindhard teilnahmen. Zudem war das Kirchlein in baulich schlechtem Zustand, so daß an ein Neubau gedacht werden mußte.
Zunächst waren die Überlegungen naheliegend, für Busenberg und Schindhard eine gemeinsame Kirche zu bauen. Die Busenberger hätten sich damit abgefunden, da die Kirche mehr in der Busenberger Ortsnähe gebaut worden wäre, die Schindharder hätten dazu nicht zugestimmt, heißt es in der Chronik, weder die Pfarrkinder, noch Johannes Breitsch, der größte Wohltäter der Kirche. Mit diesem stand und fiel der Kirchenneubau. Nachdem Frau und Kinder gestorben waren, dachte er daran, sein ganzes Vermögen der Kirche von Schindhard zu schenken: „Falls zu meinen Lebzeiten die Kirche in Schindhard gebaut wird, schenke ich mein Vermögen der Kirche, wenn nicht, dann werde ich anderweitig darüber verfügen.“ Damit war die Frage des Kirchenbaues in Schindhard entschieden. Joh. Breitsch stellte den hinter seinem Haus gelegenen Acker sowie neben den seinem Haus liegenden Garten für die Kirche bzw. den Aufgang unentgeltlich zur Verfügung. Einen besseren und billigeren Platz konnten die „Filialisten“ nicht bekommen.
So begann unter Pfr. Ludwig Schäfer der Bau einer neuen Kirche. Archtiekt war der aus Landstuhl stammende und in München lebende Architekt Rudolf von Perignon, der zur selben Zeit auch die Kirche in Busenberg baute.
Die Filiale Schindhard weiß sich zu großem Dank verpflichtet dem Bauunternehmer und Bürgermeister Zwick aus Dahn: Er hatte seiner Mutter versprochen, die Kirche in Schindhard, woher sie stammte, zu bauen um Gotteslohn. Und er hatte zu denselben Bedingungen die Kirche in Busenberg gebaut. Um dieser Bauten willen kam er zeitweise in finanzielle Schwierigkeiten.
Am 17. Mai 1927 legte Bischof Dr. Ludwig Sebastian der Grundstein.
Auch in der wirtschaftlich schwierigen Zeit fand der Kirchenneubau bei den Schindhardern große Unterstützung. Viele halfen beim Herbeibringen von Baumaterial, stifteten die Fenster und vieles der Inneneinrichtung.
Am 6. Juli 1928 gab es einen Unglücksfall: Da die Verschalung zu früh weggenommen wurde, stürzte die Vorhalle ein und begrub einen Tagelöhner, der verletzt geborgen werden konnte.
Entgegen dem ursprünglichen Plan konnte durchgesetzt werden, daß der Turm nicht über dem Eingangsportal zu stehen kam, so daß der Platz für die zu spät kommenden Kirchgänger vermieden wurde, so beschreibt es die Chronik. Am 25. Sept. 1928 steckten Ludwig Grießmer und Damian Breitsch den Hahn auf den Turm.
Die Einweihung fand am 25. November 1928 statt. Die letzte Messe in der alten Kirche hielt der Bruder des Pfarrers, Pfr. Alfons Schaefer aus Mutterstadt.
4 Glocken besaß die Kirche. In Kriegszeiten, 1942, mußten 3 Glocken abgeliefert werden.
Im Krieg wurde die Kirche nur gering beschädigt, die Schäden wurden 1948 behoben. 1950 bekam die Kirche ihren ersten Innenanstrich.
1951 war zunächst die Anschaffung von nur einer Glocke geplant. sie wurde gegossen, aber verworfen. Man überlegte sich, sog. Euphon-Glocken anzuschaffen, was aber das Bischöfliche Ordinariat ablehnte. So wurden am 9. August 1952 in Frankenthal 3 neue Glocken gegossen und am 31. August von dem späteren Bischof Isidor Emanuel geweiht.
1954 konnte auf Initiative des damaligen Lehrers Schattner die Orgel angeschafft werden. 1968 erfolgte eine Renovierung bei der die Giebelwände verändert wurden, die Kirche wurde verputzt, innen die Decke aufgehellt, 1972 wurde die Kanzel, Hochaltar und Seitenaltäre entfernt, der Chorraum umgestaltet und der jetzige Altar geweiht (unter Beisetzung von Reliquien römischer Martyrer). 1988/89 wurde in einer größeren Renovierung eine neue Heizung eingebaut, die Fenster mit den vorhandenen Bildern neu gestaltet und das Dach neu eingedeckt.

So ist die Kirche St. Antonius heute baulicher Mittelpunkt des geistlichen Lebens der 500 Katholiken zählenden Kirchengemeinde.
Die Kirche ist aus lebendigen Steinen gebaut. Vor der Kirche befindet darum ein „symbolisches Gebäude“ (bepflanzt mit Blumen), auf dessen Steine Namen der Mitglieder der kirchlichen Gemeinde stehen, 1986 entstanden, als Pfr. Effler die seelsorgerliche Betreuung der Gemeinde übernahm.
Am Sonntag, 22. November, feierte die Kirchengemeinde um 10.00 den Jubiläums-Festgottesdienst. Am Dienstag, 24. November fand in der Kirche ein Dia-Vortrag mit Bildern aus der Geschichte der Kirche statt.